Für Betroffene

Depression – Eine Beschreibung des Störungsbildes

Netzwerk-DepressionMenschen mit einer Depression fühlen sich leer und niedergeschlagen. Sie leiden unter Schlafstörungen oder Konzentrationsschwäche, haben oft nicht mehr die Kraft, den Alltag und die anstehenden Arbeitsaufgaben im Job zu bewältigen. Nicht selten zeigen sich auch körperliche Beschwerden, zum Beispiel Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen. Typisch für eine Depression ist die große Antriebslosigkeit des Patienten, die von einer Freud- und Interessenlosigkeit begleitet wird. Dinge und Themenbereiche, die frühe Freude bereitet hatten, sind in einer Depression nicht mehr von Bedeutung. Dazu kommt in einigen Fällen noch ein Gefühl der Gefühllosigkeit, so dass Betroffene das Gefühl haben, früher geliebte Menschen (z.B. ihre eigenen Kinder) nicht mehr in den Arm nehmen zu können. Alexander der Große, Marlon Brando oder Jean-Claude van Damme sollen eine Depression gehabt haben.

Burnout oder gefühlsmäßiges ausgebrannt sein (Erschöpfungssyndrom) kann als Vorstufe zur Depression gesehen werden. Der Druck, stets auf die Erwartungen anderer reagieren zu müssen, wird zum Dauerstress. Vorherige Stärken der Betroffenen, wie Leidenschaft für die Sache, Begeisterungsfähigkeit und Engagement, werden zur Schwäche. Die ehemalige Belastbarkeit schwindet und sie machen immer häufiger Fehler und arbeiten ineffizient. Der gesamte Alltag, die sozialen Beziehungen werden vernachlässigt (Gefühllosigkeit und Interessenlosigkeit stellen sich ein) und es gibt kaum noch unbeschwerte Zeiten. Oftmals kommen auch noch körperliche Beschwerden und massive Schlafstörungen hinzu.

Vorgehensweise bei Einzelpsychotherapie

Sie können zunächst max. drei verschiedene TherapeutInnen anfragen und Kennenlern-Termine vereinbaren. Zur Vorabklärung rufen Sie bitte zu den Sprechzeiten an oder sprechen auf den Anrufbeantworter. Sowohl Sie als auch der Therapeut haben in max. 5 Sitzungen Zeit festzustellen, ob das psychotherapeutische Angebot für Sie notwendig und sinnvoll ist und sie ein gutes Therapeut-Klient(in)-Team bilden können. Wenn ja, wird ein Antrag bei Ihrer Krankenkasse gestellt. Hierfür benötigen Sie noch einen Konsiliarbericht eines Arztes, der Ihnen bescheinigen muss, dass keine körperlichen Gründe gegen eine Psychotherapie sprechen. Für die Erstgespräche (Kennenlern-Gespräche) brauchen Sie nur Ihre Krankenkassenversicherungskarte mitzubringen, eine Überweisung ist nicht notwendig.

Dauer einer Einzelpsychotherapie

Die Kognitive-Verhaltenspsychotherapie dauert als Kurzzeittherapie 25 Sitzungen, als Langzeittherapie 45 Sitzungen mit Verlängerung insgesamt 65 Sitzungen maximal. So dass Sie mit einer Therapiedauer von 1-2 Jahren bei einer Sitzung pro Woche (50 Minuten) rechnen müssen. Die Therapie muss von einem Gutachter aufgrund eines anonymisierten Berichtes des Therapeuten befürwortet werden. Da alle psychotherapeutischen Vorerfahrungen in diesem Bericht genannt werden müssen und eine Genehmigung bei misslungenen oder abgebrochenen Therapien immer schwieriger wird, sollten Sie sich Ihren Psychotherapeuten sehr sorgfältig aussuchen (siehe Vorgehensweise).

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die vollständigen Kosten (ca. 80,- Euro pro Stunde für max. 80 Stunden), wenn eine krankheitswertige und behandlungsbedürftige Störung vorliegt (z.B. Depressionen, Angststörungen). Bei den Privatkassen ist es abhängig vom jeweiligen Vertrag.

Freie Therapieplätze können Sie bei der Koordinationsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung erfragen: Tel. 0921-787765-40410, http://www.kvb.de/patienten/therapieplatzvermittlung/. Hier finden Sie auch eine Broschüre zur Psychotherapie.
DepressionAlle kassenzugelassenen Psychotherapeuten finden Sie im Internet unter www.kvb.de (Arzt- u. Therapeutensuche). Ein weiteres Therapeutenverzeichnis stellt die Psychotherapeutenkammer zur Verfügung, Tel. 089 / 515555-0, www.ptk-bayern.de

Wichtig zu beachten

Eine Psychotherapie, welche bei der Krankenkasse beantragt wurde, muss später bei Gesundheitsfragen (Waren Sie schon einmal psychisch krank oder in psychotherapeutischer Behandlung?) wahrheitsgemäß mit „ja“ beantwortet werden. Dies kann sich z.B. extrem nachteilig auswirken, wenn sie verbeamtet werden wollen, in eine private Krankenversicherung wechseln wollen oder irgendeine Versicherung z.B. zur Berufsunfähigkeit abschließen wollen, für die Ihr Gesundheitszustand von Bedeutung ist. In diesem Falle ist es möglich, die Therapiestunden selbst zu zahlen, ohne eine Finanzierung über die Krankenkasse zu beantragen.

Außerdem zur Information

Es gibt einige wichtige Unterschiede zwischen einem Psychotherapeuten und einem Psychiater. Der Psychotherapeut (PT) hat in der Regel Psychologie studiert, der Psychiater (PA) Medizin. Der Psychiater (PA) kann über einen krankschreiben (wie auch der Hausarzt) und verschreibt in der Regel Medikamente (z.B. Antidepressiva). Es bleibt ihm aufgrund der meist vielen Patienten nicht die Zeit, psychotherapeutisch zu arbeiten.
Deshalb ist es nicht unüblich, dass ein Patient (z.B. mit einer Depression) beim Psychiater seine Krankschreibung und seine Medikamente bekommt und eine Psychotherapie beim Psychotherapeuten (s.o.) erhält. Beides wird von den Krankenkassen übernommen. Natürlich kann ein Patient sich auch ausschließlich bei einem Psychiater oder einem Psychotherapeuten behandeln lassen.Depression – Informationen für Angehörigen und Freunde Patienteninformation zum Thema Depression

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