Fakten und Motive

Warum ein „Netzwerk Depression“?

Depressionen werden häufig unterschätzt, falsch eingeordnet, von den Betroffenen selbst nicht in ihrer Tragweite richtig eingeschätzt oder wahrgenommen, manchmal auch nicht entsprechend diagnostiziert und deswegen auch nicht behandelt.

Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, an der die Betroffenen keine Schuld haben. Wird sie nicht erkannt, führt sie zu unnötigem Leiden und zur Gefährdung der Betroffenen, im schlimmsten Falle bis zum Suizid. Nach seriösen Schätzungen geht man davon aus, dass 5 % der Bevölkerung von dieser Krankheit betroffen sind, d. h. für unseren Landkreis wären das 6.000 Personen (!!!), in einer mehr oder minder schweren Form.

Die wirtschaftlichen Folgen für die Betroffenen, als auch für die Gesellschaft sind ebenfalls verheerend. Die Krankheit wird in der Bevölkerung aber nicht in ihrem Ausmaß wahrgenommen und oft auch missverstanden. Gerade in kleinstädtisch-ländlich strukturierten Regionen bestehen nach wie vor Vorbehalte und Vorurteile gegenüber dem Krankheitsbild „Depression“.

Ziele eines „Netzwerkes Depression“ sollten daher sein,

  • die Lebenssituation depressiv erkrankter Menschen zu verbessern,
  • das Wissen über die Krankheit Depression in der Bevölkerung zu erweitern
  • die Folgen für den einzelnen betroffenen Menschen und die Gesellschaft bei Nichterkennung und – behandlung der Krankheit aufzuzeigen,
  • über Möglichkeiten der Behandlung von Depressionen zu informieren,
  • die verschiedenen, vorhandenen Angebote zur Erkennung und Behandlung der Erkrankung bekannt zu machen und aufeinander abzustimmen,
  • Vernetzung der beteiligten Berufsgruppen und Hilfesystemen (u. a. Hausärzte, Fachärzte, Psychotherapeuten, Sozialpsychiatrischer Dienst, beide Gerontopsychiatrische Beratungsdienste, weitere Beratungsdienste, Krankenpflegedienste/Sozialstationen, Seelsorger, Selbsthilfegruppen, …),
  • Information für Angehörige bzw. das soziale Umfeld anzubieten
  • Fortbildungsangebote für die unterschiedlichen Professionen und Berufsgruppen zu ermöglichen und anzubieten,
  • ggfs. neue Angebote, orientiert am bestehenden Bedarf, anzuregen und auf den Weg zu bringen.

Wie können diese Ziele erreicht werden?

Erste Schritte, um diese Ziele zu erreichen:

  • Öffentlichkeitsarbeit: die Bevölkerung über das Krankheitsbild „Depression“ informieren, z. B. durch eine Vortragsveranstaltung, durch eine Artikel-Serie zum Thema in der/den Tageszeitung/en
  • Vernetzung: bereits in Erkennung, Diagnose-Stellung und Behandlung tätige Professionen an einen Tisch bringen
  • Weitergabe von Informationen: über deren Angebote in der Öffentlichkeit informieren.

Weitere Schritte:

  • Gründung eines „Netzwerkes Depression“
    In vielen Städten und Regionen in Deutschland gibt es bereits diese Netzwerke, die wertvolle Arbeit leisten. Dadurch wird die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Professionen und Einrichtungen für Betroffene sichergestellt.
  • Defizite aufzeigen
    Vorhandene Defizite in der Früherkennung und der Versorgung aufzeigen und gemeinsam Möglichkeiten im Hinblick auf deren Beseitigung diskutieren und auf den Weg bringen.
  • Fortbildungen für die „Leistungserbringer“ organisieren und anbieten.
  • Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige initiieren.
  • Über „Depression“ weiter in der Öffentlichkeit informieren und diskutieren.
  • Die Koordination des „Netzwerkes Depression“ sicherstellen (durch eine/n hauptamtliche/n Mitarbeitenden aus den bestehenden Diensten von Caritas und Diakonie)
  • Dauerhafte Finanzierung des „Netzwerkes Depression“ sicherstellen.